Ein Vorschlag, der alles veränderte
Nach dem Abitur stand Beverly vor einer Entscheidung, die viele junge Menschen kennen: Studium, Ausbildung oder erst einmal etwas ganz anderes? Sie wählte das Abenteuer. Heute lebt sie in Bergen County, New Jersey, betreut zwei Teenager, macht Snowboard-Ausflüge mit ihrem Gastjungen und teilt mit ihrem Gastmädchen das ein oder andere High-School-Drama. Beverlys Geschichte ist eine von vielen, die zeigt, was ein Au pair Jahr bedeuten kann und dass jede Erfahrung anders aussieht.
Der Anfang: Ein Vorschlag, der alles veränderte
Nach dem Abschluss stand für Beverly schnell fest: direkt ins Studium wollte sie nicht. Der Wunsch zu reisen war groß. Work and Travel kam ihr in den Sinn, doch das Risiko, am Ende auf sich allein gestellt zu sein, schreckte sie ab. Ein alter Freund brachte dann das Stichwort ins Spiel, das ihr Leben verändern sollte: Au pair.
Ich wusste erstmal gar nicht, was genau das ist und dass solche Organisationen überhaupt existieren! Bei mir gab es kein langes Überlegen. Ich habe mir die Anforderungen durchgelesen, welche ich bereits alle erfüllt hatte, und habe direkt am selben Tag noch meine Bewerbung rausgeschickt.
Das Zielland stand für Beverly von Anfang an fest: die USA. Nicht zuletzt wegen ihres Namens. Beverly Hills – das war schon lange ein persönlicher Traum, und das Au pair Programm bot die Möglichkeit, ihm näherzukommen. Bei der Wahl der Agentur half eine Empfehlung aus dem Freundeskreis den Ausschlag zu geben und Beverly meldete sich kurz entschlossen bei AuPairCare.
Bewerbung, Videodreh und das perfekte Match
Den Bewerbungsprozess nahm Beverly sehr ernst, vor allem das Bewerbungsvideo. Eine Woche investierte sie ins Drehen und Bearbeiten, und der Aufwand zahlte sich aus: Kaum war ihr Profil veröffentlicht, trudelte die erste Anfrage ein. Dann die zweite, dritte... nach zwei Wochen hatte Beverly über 30 Kontaktanfragen von Gastfamilien. Eine Reizüberflutung, die sie sich vorher nicht hätte vorstellen können.
Meine Gastfamilie war dann die 31. Anfrage. All meine Wünsche wurden erfüllt, und ich habe mich super mit den Eltern und den Kids verstanden. Auch meine Mama hat mit der Familie telefoniert und sofort ein gutes Bauchgefühl gehabt. Da wussten wir: Das ist meine Familie.
Ankunft: NYC, rosa Bettwäsche und ein herzliches Willkommen
Bevor es zur Gastfamilie ging, verbrachte Beverly gemeinsam mit anderen Au pairs drei Tage lang mit AuPairCare Connect in New York City – ein fester Bestandteil des AuPairCare Programms. Dort gab es praktische Einführungen, kulturelle Orientierung und vor allem: erste Kontakte zu anderen Au pairs, die in ähnlichen Situationen steckten.
Danach wurde Beverly von einem Privatfahrer zur Gastfamilie gebracht – für sie damals eine ungewohnte Erfahrung. Die Familie war noch im Urlaub, doch die Haushaltshilfe empfing sie wärmstens. Und dann war da noch ein Detail, das Beverly bis heute nicht vergessen hat: Die Gastfamilie hatte extra rosa Bettwäsche für sie besorgt, Fotos von ihr und ihrer Familie aufgestellt und ihre Lieblingsduschprodukte im Bad bereitgelegt.
Das hat mir direkt ein Lächeln ins Gesicht gezaubert.
Als die Familie dann nach Hause kam, fühlte es sich an, als würde Beverly sie schon ewig kennen. Ihr Gastmädchen lud sie direkt zum Spielen ein, ihr Gastjunge war zunächst noch etwas schüchtern, aber das legte sich schnell. Innerhalb weniger Stunden war das Eis gebrochen.
Ein Neuanfang: Beverlys Rematch
Nach einigen Monaten bei ihrer ersten Gastfamilie in Connecticut traf Beverly eine mutige Entscheidung: Sie ging ins Rematch; zwar gut überlegt, aber trotzdem mit einem mulmigen Gefühl.
Dabei war es kein großer Konflikt, der den Ausschlag gab, sondern die Summe kleiner Dinge. Regeln, denen Beverly beim ersten Gespräch zugestimmt hatte und die auf dem Papier vernünftig klangen. Feierabend um 21 Uhr, Curfew um 22 Uhr – das bedeutete in der Praxis: eine einzige freie Stunde am Abend. Das Auto stand nicht zur freien Verfügung, sondern musste mit der Haushälterin geteilt werden, die es meist morgens belegte. Spontane Ausflüge in der Pause? Kaum möglich, ohne auf andere angewiesen zu sein.
Es waren einfach viele ‘kleine’ Regeln, die dann doch nicht so klein für mich waren. Ich habe mich nicht so wohl gefühlt – und es war die richtige Entscheidung, ins Rematch zu gehen.
Beverlys Erfahrung zeigt, wie wichtig es ist, die Bedingungen einer Gastfamilie nicht nur im Kopf zu akzeptieren, sondern sich im Vorfeld wirklich vorzustellen, wie sich diese Regeln im Alltag anfühlen. Was in einem Interview-Call abstrakt klingt, wird spätestens nach ein paar Wochen sehr konkret.
Was Beverly in dieser Zeit geholfen hat: die Unterstützung durch AuPairCare war durchgehend da. Ihr Area Director vor Ort hatte immer ein offenes Ohr, stand in den unsicheren Wochen der Matching-Phase zur Seite und half Beverly, den Kopf klar zu behalten.
Gerade in den Zeiten, wo es mir nicht so gut ging, konnte ich sie immer erreichen. Sie hat mir Tipps gegeben – und ist für mich wie eine Freundin geworden.
Nach zwei Wochen Ungewissheit stand das neue Match fest: eine Familie in Bergen County, New Jersey, bei der Beverly inzwischen für ein zweites Jahr verlängert hat.
Auch das Rematch kann zum Programm gehören. Es ist kein Scheitern, sondern eine Möglichkeit, die richtige Situation für sich zu finden.
Alltag mit Teenagern: Lunchboxen, Eiskunstlauf und High-School-Drama
Beverlys Tagesablauf bei ihrer jetzigen Gastfamilie ist klar strukturiert: Morgens weckt sie die Kinder, bereitet Lunchboxen vor und bringt ihr Gastmädchen (15) zur High School. Am Nachmittag holt sie sie wieder ab, kümmert sich um Snacks und die Hunde und begleitet die Kinder zu ihren Hobbys wie Eiskunstlauf oder ins Gym. Dazwischen hat sie mehrere Stunden für sich selbst.
Natürlich brachte der Einstieg auch Herausforderungen mit sich. Der Umgang mit der chronischen Lungenerkrankung ihres Gastjungen erforderte Einarbeitung: tägliche Behandlungen, Nasenspülungen, Inhalatoren. Weil er selbst schon gut weiß, was zu tun ist, und Beverly alles erklärte, spielte sich der Alltag schnell ein. Aber es zeigt: Au pair sein bedeutet manchmal auch, Verantwortung in sensiblen Situationen zu tragen und daran zu wachsen.
Verlust, Dankbarkeit und inneres Wachstum
Nicht alles in Beverlys Au pair Jahr war leicht. Neben dem Rematch hatte sie auch mit persönlichem Verlust umzugehen: Geliebte Menschen daheim gingen von ihr, ohne dass sie sich verabschieden konnte.
Ich hatte keine Möglichkeit, mich zu verabschieden oder sie ein letztes Mal in die Arme zu nehmen. Das ist mir sehr schwergefallen.
Heute zieht Beverly eine Bilanz, die nachdenklich und dankbar zugleich ist. Sie ernährt sich gesünder und hört mehr auf ihren Körper. Und vor allem: Sie schätzt Zeit mit Familie und Freunden auf eine ganz neue Weise.
Roadtrip, Bahamas und ein lang ersehntes Foto
Neben dem Alltag füllte Beverly ihre freie Zeit mit Reisen, die sie nicht vergessen wird. Ein Roadtrip durch Kalifornien mit Stopp in Beverly Hills stand ganz oben auf ihrer persönlichen Liste, nicht nur wegen des Namens.
Ich war so unendlich dankbar, endlich meinen Traum erfüllt zu haben und habe sogar Freudentränen verdrückt, als ich endlich vor dem Beverly Hills Sign stand.
Auch auf die Bahamas zog es sie für ihren 21. Geburtstag. Mit einer Freundin buchte sie die berühmte Tour zu den schwimmenden Schweinen und erlebte Momente, die sich anfühlten wie aus einem Film. Freundschaften mit Menschen aus aller Welt, die Aussicht, sie irgendwann besuchen zu können: das ist es, was Beverly als eines der schönsten Ergebnisse dieses Jahres nennt.
Schreib deine eigene Story!
Beverlys Geschichte ist ihre ganz eigene. Kein Au pair Jahr sieht genauso aus. Manche betreuen Kleinkinder, andere Teenager. Manche leben in Großstädten, andere in ruhigen Vororten. Manche Momente sind leicht, andere fordern einen mehr heraus, als man erwartet hätte, wie das Rematch, das Beverly selbst angestrengt hat und das letztlich den Weg zu ihrer jetzigen Gastfamilie öffnete. Was dabei immer hilft: zu wissen, was man sich von diesem Jahr wirklich erhofft und gleichzeitig ehrlich einzuschätzen, was einem im Alltag wirklich wichtig ist. Das ist die eigentliche Arbeit vor dem Abflug – und sie lohnt sich!
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